Der Fieseler Storch im Kriegsdienst

Fieseler Storch bei den Jagdfiegern

Es ist kurz vor Weihnachten 1942

 

...und ich hatte immer gehofft, spätestens zu Weihnachten meinen erwarteten Heiratsurlaub zu bekommen. Aus welchen Gründen auch immer – die Sperre hielt noch an. Also bereiteten wir uns auf ein Weihnachten in Frankreich vor. Weihnachten ohne Tannenbaum? Das konnte es doch nicht geben. Das war auch die einhellige Meinung aller Kameraden. So wurden unsere nächsten Starts als Kleinorientierung deklariert, wobei es einzig der Auffindung eines Christbaums galt.

 

War dies allein schon schwierig genug, so konnte man aus den eingelaufenen „Erfolgsberichten“ nur sehr unklar einen bestimmten Standpunkt erkennen. Einer aber erschien uns allen recht erfolgversprechend. Angeblich handelte es sich dabei um ein größeres bäuerliches Anwesen, alleinstehend bei Beceleuf, einige Kilometer nördlich von Niord. In die entstandene Diskussion darüber warf ich nur ein: wenn wir einen Fiseler Storch hier hätten, würde ich mit diesem dahin fliegen und mir die Sache von der Nähe ansehen. Das gefiel Major Sachs. Er wusste in Cognac einen solchen am Platz stehen, für den man anscheinend keine Verwendung mehr hatte. Gleich hing er sich ans Telefon und kurze Zeit später vernahmen wir, dass wir diesen sofort haben könnten, da er dort nur den Platz wegnähme.

 

 

Mit der Arado 66 zum Storch

Mit unserer Arado 66, die wir als Kuriermaschine hatten, flog mich Hauptmann Lommel sofort dorthin. Der Storch war in gutem Zustand und voll aufgetankt. Er wurde sogleich von uns übernommen und ich flog ihn auf unseren Platz. Nach einer Skizze machte ich mich gleich auf den Weg zu diesem einsamen Bauernhof. Die Skizze war gut und ich erkannte ihn schon aus einiger Entfernung. Es war ein recht großes, quadratisch angelegtes Anwesen mit Innenhof. Am Rande standen vier bis fünf Nadelbäume stattlicher Größe. Ich umkreiste das Gebäude einige Male und suchte gleichzeitig eine passende Landemöglichkeit. Diese wäre vorhanden gewesen, wenn nicht eine Koppel die Länge derselben durchschnitten hätte. Zu einer Landung aber musste es trotzdem reichen. Beim Start müsste da schon der Wind kräftig mithelfen. Das gab ich – wieder am Platz angekommen – meinem Chef zur Kenntnis.

Krieg, Weihnacht, Pommery-Sekt, Gänse, und der Weihnachtsmann im Storch

Die Frage war nur: wie erlangt man einen solchen Baum ohne den Besatzer herauszukehren? Ich traute mir mit meinen mittlerweile aufgefrischten Französischkenntnissen ohne weiteres ein Verhandlungsgespräch zu. Doch was sollte man als Gegenleistung anbieten? Geld war da wohl nicht das Richtige. Major Sachs hatte die beste Idee: Eine Kiste Pommery-Sekt. Davon hatten wir genug in der Kantine und es war eine Marke, welche bei den Franzosen besonders beliebt war. Entsprechend teuer war sie zudem.

 

Alle waren einverstanden, nur sollten es schon zwölf Flaschen sein. Also wurde alles besorgt, gut verpackt und hinter meinem Sitz festgezurrt. Während ich zum großen Kauf startete, blieb die ganze Gruppe voll Erwartung zurück. Ich flog zweimal das Grundstück an, um den Wind zu testen, dann schwebte ich über einen niedrigen Zaun an und kam nach etwa zwanzig Metern bereits zum Stehen. Das machte mir gleich für den Start Mut.

 

Als ich der Maschine entstiegen war und mich der Behausung zuwandte, kamen mir bereits zwei halbwüchsige Burschen entgegen. Sie waren sehr freundlich, wollten aber gleich wissen, was ich da suche. Ich bat sie, mich zum Hausherrn zu führen. Da erfuhr ich, dass dieser sich in deutscher Kriegsgefangenschaft befindet und nur die Mutter anwesend sei. Als ich schließlich dieser vorgestellt wurde und feststellte, dass sie keineswegs hasserfüllt zu sein schien, kam es zunächst zu einem kurzen Gespräch. Wenn ich auch nicht hundertprozentig alles verstand, so zumindest das, dass ihr Mann aus der Gefangenschaft nur Gutes über die Deutschen geschrieben hatte.

 

 Dann kamen wir aber auf mein Anliegen zu sprechen. Ich versuchte ihr zunächst, eine deutsche Weihnacht zu schildern, bei welcher ein Christbaum in jeder Familie das weihnachtliche Symbol war. Da brauchte ich gar nicht weiterzureden, sie hatte mich schon verstanden. Sie wollte nur wissen, wie groß dieser sein sollte. Ich überschlug im Geiste den zur Verfügung stehenden Raum und meinte, zwei Meter. Sie gab daraufhin dem älteren der beiden Söhne den Auftrag, eine der Fichten in entsprechender Länge zu kürzen. Den anderen Sohn nahm ich mit zur Maschine, wo wir die Champagnerflaschen entnahmen und zum Haus transportierten. Das konnte die Frau kaum fassen, denn von einem Abkauf war ja keine Rede gewesen.

 

 Inzwischen kam der Ältere mit einem gutgewachsenen Wipfel zurück, den wir gleich mit Schnüren zusammenbanden. Er war nur etwas länger als zwei Meter, aber dem konnte man letztendlich ja noch abhelfen. Wir versuchten schließlich, ihn so schonend wie möglich in der Maschine unterzubringen und siehe da – er passte auch in dieser Länge hinein. Dort zurrten wir ihn nochmals fest. Dann gingen wir zum Haus zurück. Ich war bis dahin wohl kaum länger als eine halbe Stunde weggewesen. Umso erstaunlicher für mich war es, dass in der Zwischenzeit vier Gänse geschlachtet worden waren. Diese gab mir die Bauersfrau mit guten Wünschen zum Weihnachtsfest mit.

 

 Nun lag es aber an mir, überrascht zu sein. Ich bedankte mich herzlich, lud meine Gänse ein, rollte bis ans äußerste Ende des Feldes, gab – auf der Bremse stehend – Vollgas, bis sich der Schwanz erhoben hatte, ließ die Bremsen aus und kurbelte sofort die Landeklappen heraus. Der Wind war so günstig, dass ich schon nach etwa vierzig Metern abhob. Ich flog noch eine Ehrenrunde, bei der man mir zuwinkte, dann nahm ich Kurs La Palice. Auf den Empfang dort freute ich mich bereits im voraus.

 

Und ich wurde wie der leibhaftige Weihnachtsmann empfangen. Dass ich noch zusätzlich Geschenke in Form von Weihnachtsgänsen mitbrachte, betrachtete man fast wie ein Wunder. Da ich auch bei der Ankunft eine typische Storch-Landung vorgeführt hatte, war das Interesse an diesem Vogel – der nun ja zur Einheit gehörte – so groß, dass jeder darauf umgeschult werden wollte. Hauptmann Lommel meinte nur, da hätte ich in nächster Zeit Arbeit genug, ich solle gleich bei ihm anfangen. Und wirklich konnte ich von früh bis abend einen nach dem anderen von dieser neuen Errungenschaft begeistern. Von dieser Zeit an war unser Storch eine Art Gruppen-Taxi geworden.

Aktuelles

+++neueste Nachrichten+++

2019 konnten wir uns zum nun dritten Mal den Titel zum

1. Deutschen Meister 2019

sichern

+++neueste Nachrichten+++

Eggenfelden hat uns heute, am 14.03.2019 zur Sportlerehrung eingeladen. Zusammen mit unseren Teamkollegen Anna und Herbert Lehner (Gyro Team) wurden wir für unsere Erfolge in der DM 2018 geehrt. Eine schöne Veranstaltung mit viel Aufwand arrangiert vom Stadtrat und dem Bürgermeister Herr Wolfgang Grubwinkler. Besonders gefreut hat uns, dass der Vereinsvorstand vom DGFC, Ludwig Stinglhammer auch mitgekommen ist.

Danke an die Stadt Eggenfelden für die Einladung!

+++ Nachrichten+++

Am Freitag den 14.09.2018 wurden wir vom Tegernheimer Bürgermeister zur Sportlerehrung eingeladen. Vielen Dank für die Würdigung und die gelungene Veranstaltung Herr Kollmannsberger!

+++Nachrichten+++

Die

30. Deutsche Meisterschaft

im UL-Fliegen 2019

findet in Mühldorf am Inn statt.

 

+++Nachrichten+++

auf einem rund-um gelungenen Wettbewerb wurden wir:

 

1. Deutscher Meister 2018

 

+++Nachrichten+++

schaut mal auf der blog-spot-Seite vom Verband rein, hier gibts genauere Informationen über die Deutsche Meisterschaft aus erster Hand:

+++Nachrichten++++++

man braucht nicht unbedingt Motorkraft um glücklich zu fliegen

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© Ruth Hahn-Rieger und Reinhold Rieger (ReiR)