Nach Einführung der 600 kg Klasse bei den UL’s haben sich leider ein paar Komplikationen zusätzlich bei den grenzüberschreitenden Flügen ergeben. Da die UL’s nationalen Vorschriften unterliegen ändern sich die Bestimmungen laufend. Bestes Beispiel Dänemark. Stand dieser Ausführung hier ist 01-2024 (Update Frankreich 02/2025). In allen hier genannten Ländern ist das 600 kg UL unter den genannten Bedingungen einflugberechtigt. Die Einreise in unsere Nachbarländer habe ich unter den Aspekten:
(1)„Lizenz“ (SPL od. LAPL/PPL)
(2)„Genehmigung erforderlich“
(3)„Flugplanpflicht“
betrachtet und gegliedert.
Schauen wir auf die benötigten Lizenzen und notwendigen Einfluggenehmigungen. Für Flüge nach Frankreich und England reicht unter folgenden Umständen der Deutsche SPL nicht aus:
Frankreich ([1,2],3) verlangt für Piloten eines UL ab 501 bis 600 kg MTOW einen LAPL und eine Einfluggenehmigung unter dsac-nav-bf@aviation-civile.gouv.fr
Bis 500 kg ist nur Flugplanpflicht. Info unter: https://www.ecologie.gov.fr/en/foreign-aircrafts
Soweit die offiziellen Informationen, die ich zusammentragen konnte. In der Praxis berichten Piloten über dieses Prozedere wie folgt:
Einfluggenehmigung für 600 kg UL: Max. 30 Tage in einem 1-Jahres Zeitraum (oder 3x10 Tage), der Zeitraum ist bei Beantragung festzulegen; Formular DGAC LP6 (franz. oder deutsch) Kosten 50 €, Voraussetzung PPL oder LAPL oder Ul-Lizenz (die muss aber mit extra Antrag in Frankreich beantragt werden). Antrag beifügen: Nachprüfschein (gültig für die beantragte Zeit), Lufttüchtigkeitszeugnis, Eintragungsschein für Luftsportgerät, Versicherungsnachweis, Nachweis über Bezahlung der 50 €; steht im Wesentlichen alles im Formular DGAC LP6 (auch die mail-Adresse, wo alles hinzusenden ist); Und Geduld: die Bearbeitung kann bis zu 4 Monate dauern!! Ausserdem, 600 kg UL gilt nicht mehr als UL, d.h. auf reinen UL Geländen (LF1234) dürfen diese schweren ULs nicht landen! Weiterer Fallstrick: die Franzosen wollen eine Bestätigung (mit Unterschrift), dass man mit dem LAPL das 600kg UL fliegen darf, was nicht der Fall ist. Wenn man es also genau nimmt, darf man mit dem 600kg-UL nicht nach Frankreich, auch wenn man im Besitz einer UL-Lizenz UND eines LAPLs ist.
Großbritannien (1,2,3) erwartet grundsätzlich den PPL, verteilt auf Anfrage Ausnahmegenehmigung für SPL und - da ja nicht mehr EU - auch für den LAPL. Anfragen unter: apply@caa.co.uk
Einfluggenehmigung (2) und Flugplan (3) verlangen:
Belgien (2,3): genehmigt nur bestimmten Modellen eine Einfluggenehmigung, akzeptiert aber den deutschen SPL. Genehmigung beantragen unter: generalaviation@mobilit.fgov.be
Bulgarien (2,3): permissions@caa.bg
Dänemark (2,3): dulfu@motorflyvning.dk Anmeldung unter:https://dulfu.dk/english-info/ Benötigte Unterlagen sind auch der gültige Sprachlevelnachweis des BZF1.
Irland (2,3): info@iaa.de
Luxemburg (2,3): info@dac.public.lu
Spanien (2,3): http://www.aepal/flying-in-spain/
In die Schweiz/Liechtenstein (2,3): darf man nur mit einflugberechtigtem Dreiachser, aber mit dem Deutschen SPL. Eine Genehmigung ist erforderlich. Hier der Link zum PDF der Einflugberechtigten UL’s: http://www.bazl.admin.ch/bazl/en/home/luftfahrzeuge/airworthiness/special-permit-to-operate-aircraft-in-swiss-airspace-for-foreign.html
Nur Flugplan (3):
Bosnien und Herzegowina (3):
Frankreich bei <501kg (3):
Italien und San Marino (3):
Niederlande (3):
Portugal (3):
Rumänien (3):
Serbien und Montenegro (3):
Slowakei (3):
Slowenien (3):
Schweden (3):
Ungarn (3):
Keine Anforderungen:
Kroatien:
Österreich: (aber ELT-Pflicht!)
Polen:
Tschechien:
Regelmäßig überarbeitete Informationen gibt es unter: https://emf.aero/